Storytelling leicht gemacht

 

Storytelling ist in aller Munde. Aber was ist das eigentlich? Wer versucht, sich online schlauzumachen, bekommt den Eindruck: etwas wahnsinnig Kompliziertes. Ist es nicht. Im Gegenteil. Es ist ganz einfach. Wir erklären es euch zusammen mit Storytelling-Expertin Sandra Casalini.

Sogar Wikipedia tut kompliziert: „Storytelling ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form von Leitmotiven, Symbolen, Metaphern oder anderen Mitteln der Rhetorik weitergegeben wird.“ Ihr versteht nur Bahnhof? Es geht noch besser. Dafür muss man nur mal den Begriff „Storytelling“ bei Google eingeben. Schon werden „Toolboxen für Brandtelling“ angeboten oder „Entwicklung eines Konzeptes zur stufenweisen Implementation des Storytelling-Ansatzes“. 

Das mag für den einen oder anderen durchaus imponierend klingen. Mindestens genauso viele Leute, wie sich von solchen Ausführungen beeindrucken lassen, fühlen sich allerdings von ihnen abgeschreckt. Mit der Konsequenz, dass viele, die Storytelling brauchen könnten, erstens keine Ahnung haben, was das überhaupt ist, und sich zweitens nicht vorstellen können, dass es ihnen irgendwie von Nutzen sein könnte. Das ist schade. Denn grundsätzlich kommt heute kaum mehr eine PR- oder Marketingstrategie ohne gutes Storytelling aus. Eine gute Storyline erhöht nicht nur die Erfolgschancen, sondern spart auch ziemlich oft ziemlich viel Aufwand und Geld, welche ohne Storytelling ziemlich oft ziemlich sinnlos investiert werden. 

FBC bietet weder „Toolboxen“ noch „Implementationen des Storytelling-Ansatzes“ – das heisst, wir tun das schon. Aber so, dass man es versteht. Storytellerin Sandra Casalini, die oft an unseren Storylines mitarbeitet, erklärt euch das Einmaleins des Storytelling. Und zwar so, dass garantiert alle drauskommen. Los gehts: 

Teil 1: Gutenachtgeschichte statt Marketingstrategie 

Storytelling ist nichts, das man studieren kann. Man kanns lernen – aber nicht als Beruf. Was also gibt mir das Recht, mich Storytellerin zu schimpfen? Nun ja, das gleiche Recht hat eigentlich jede und jeder. Alle, die schon mal eine Anekdote zum Besten gegeben haben, am Stammtisch, in einer Hochzeitsrede, als Tagebucheintrag, und so weiter, ist Storyteller oder Storytellerin. Ja, es ist so einfach: Storytelling bedeutet, Geschichten zu erzählen. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin Journalistin. Geschichten (weiter) zu erzählen ist seit vielen Jahren mein Beruf. Und ich bin Mutter. Ich habe jahrelange Erfahrung im Gutenachtgeschichten-Erzählen. Man mag es glauben oder nicht – aber Letzteres befähigt mich mehr zu professionellem Storytelling als alles andere. Denn Achtung, hier kommt der erste Storytelling-Hack, und der ist zugleich der wichtigste: Jedes – JEDES – Publikum funktioniert genau gleich wie ein Kind! Inhalte und Erzählweisen werden angepasst, die Regeln bleiben die gleichen. Also vergesst „Medien“, „Sponsoren“, „Kunden“. Euer Zuhörer ist ein Kind. Und jedes Kind liebt Geschichten. Kommen wir also zu den Regeln.

The reason why

Nummer eins: Das Kind braucht einen Grund, um mir zuzuhören. Die Tatsache, dass ich eine Geschichte zu erzählen habe, reicht nicht. Ich muss ihm eine Geschichte bieten, die es hören will. Dafür muss ich versuchen, mich in das Kind hinein zu versetzen. Für mich selbst mag die „Prinzessin auf der Erbse“ ein Riesending sein. Das Kind, das sich grad vor allem für Rittergeschichten interessiert, wird sich schwer dafür begeistern können. 

Oder, wie ein sehr erfolgreicher Medienmann einst sagte: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!“. Natürlich ist es nicht immer leicht, sich in seine Zielgruppe hineinzuversetzen. Was will ein potenzieller Kunde hören? Und was ein Medium? Aber so schwierig ist es auch nicht. Man muss sich selbst nur die richtige Frage stellen. Nämlich: „Was würde ich hören wollen, wenn ich absolut gar nichts mit dem Produkt/Projekt zu tun hätte, das ich verkaufen will?“.

Und was kommt als nächstes? Das verrät Sandra Casalini im zweiten Teil ihres Blogs.

Du möchtest wissen, wie du eine Story mit Bildern oder Videos erzählen kannst? Dann hol dir unseren kostenlosen Praxis-Ratgeber „6 Tipps für erfolgreiches visuelles Storytelling“.

Sandra Casalini Storytelling leicht gemacht Teil 1

Über Sandra Casalini:
Sandra Casalini arbeitet seit über zwanzig Jahren in den Medien und hat sich in dieser Zeit nicht nur einen Ruf als exzellente Texterin aufgebaut, sondern auch ein beeindruckendes Netzwerk. Vor ein paar Jahren wagte sie den Schritt in die PR und kennt so das Business von beiden Seiten. Heute schreibt sie regelmässig für Magazine wie die Schweizer Illustrierte, das Elternmagazin Fritz und Fränzi oder das Hochgebirgs-Magazin Bergwelten. Ausserdem berät sie Kunden wie das Race for Life oder Ferris Bühler Communications in Sachen Storytelling. Sie ist Co-Referentin im beliebten PR-Seminar von Ferris Bühler, welches am 5. und 6. November 2020 in Baden stattfinden wird.