Sandra’s Day Off

Seinen Namen teilt sich unser Chef mit einem Filmhelden aus den Eighties – auch wenn er sich ein bisschen anders schreibt. Die Komödie “Ferris macht blau” – oder auf Englisch: “Ferris Bueller’s Day Off” – war 1986 ein Kino-Hit. Die Kurzfassung: Ferris Bueller, ein Teenager in seinem letzten Schuljahr, zeigt wenig Begeisterung für die Schule, dafür umso mehr Kreativität wenn’s ums Schuleschwänzen geht. Einer dieser “Days Off”, an dem Ferris vorgibt, krank zu sein, artet in einer turbulenten Verfolgungsjagd aus.

Nun ist unser Chef ja kein Teenager mehr, hat aber sehr viel Verständnis für seine jungen Angestellten (und für die etwas älteren auch). Und weil diese das ganze Jahr über so hart arbeiten, bekommen sie zu ihren Ferientagen einen zusätzlichen “Day Off”, also einen freien Tag. Aber nicht einen zum Verschlafen. Die Auflage: der Tag soll kreativ genutzt werden. Für etwas, wofür man sonst keine Zeit hat. Wegen der vielen Arbeit. Oder dem anstrengenden Privatleben. Hier lest ihr, was wir so mit unserem “Day Off” angestellt haben:

Ferris Bühler_Blog_Sandra's Day Off

Sandra’s Day Off

Last Christmas! Die letzten Weihnachten waren ein bisschen traurig für einen selbst ernannten Weihnachtsfreak wie mich. Nicht, weil etwas Schlimmes passiert wäre, sondern weil ich mitten im Umzug steckte und wochenlang zwischen Zügelkisten lebte. Für jemanden wie mich, der exakt am 1. Dezember in den Weihnachtsmodus schaltet – inklusive ganz viel Weihnachtsdekoration und Guetzli backen – etwas ganz Furchtbares. Ich habe mir geschworen: Nächstes Jahr, im neuen Haus, hole ich den Advent nach. Doppelt und dreifach.

Der “Day Off” – kein Ego-Trip

Es ist also nächstes Jahr. Und ich habs fast verpennt. Die einzige Lösung: Der “Day Off” muss her, am 30. November. Damit pünktlich zum 1. Dezember der Advent anfangen kann. Also Wecker stellen, losdüsen, Weihnachtsdeko besorgen. Dekorieren. Und Guetzli backen. Normalerweise hasse ich backen – aber im Advent liebe ich es. Nur schon wegen des Duftes, der die schönsten Kindheitserinnerungen zurückbringt.

“Hast du eigentlich einfach so einen Tag frei bekommen?”, fragt mein Sohn, während er den Guetzliteig knetet. “Nur damit du unser Haus dekorieren kannst? Und unsere Guetzli backen?” Hmmm – wo er Recht hat, hat er Recht. Der “Day Off” sollte eigentlich kein Ego-Trip sein. Und schon gar nicht in der Adventszeit.

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Geteilte Freude ist doppelte Freude

Ich bin also nochmal los und habe weiter eingekauft. Noch mehr Deko. Nüssli, Mandarinli, Schoggi. Und Adventskalender. Neun Stück. Für jeden einen. Und ein glitzriges Einhorn. Für Tanja. Weil sie Einhörner liebt. Und weil ich sie dafür liebe, dass sie Einhörner liebt. Und dann backe ich noch mehr Guetzli – zur Erinnerung: ich hasse backen.

Am nächsten Tag ist der 1. Dezember. Eigentlich habe ich frei. Aber ich packe meine sieben Sachen – und noch zwei Flaschen Prosecco obendrauf (weil meine Gschpänli Prosecco lieben, und ich sie dafür liebe, dass sie Prosecco lieben) – und schleppe alles in die Agentur. Ich dekoriere den Sitzungstisch, stelle meine selbst gebackenen Guetzli auf,  auf jeden Schreibtisch einen Adventskalender und den Prosecco in den Kühlschrank.

Es lohnt sich, denn: Die Überraschung ist mehr als gelungen. Weihnachten hat auch in der Agentur Einzug gehalten. Und ich habe mal wieder gesehen: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Gerade in der Adventszeit. In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten euch allen. Und an meine lieben Kolleginnen ein Versprechen: Nächstes Jahr gibts das Ganze wieder. Ohne “Day Off”.