Malin’s Day Off

Im zweiten Teil unserer „Day Off“-Serie durfte auch Malin ihren freien Tag beziehen und dabei etwas ganz Neues lernen. Doch von vorne:

Seinen Namen teilt sich unser Chef mit einem Filmhelden aus den Eighties – auch wenn er sich ein bisschen anders schreibt. Die Komödie “Ferris macht blau” – oder auf Englisch: “Ferris Bueller’s Day Off” – war 1986 ein Kino-Hit. Die Kurzfassung: Ferris Bueller, ein Teenager in seinem letzten Schuljahr, zeigt wenig Begeisterung für die Schule, dafür umso mehr Kreativität wenn’s ums Schuleschwänzen geht. Einer dieser “Days Off”, an dem Ferris vorgibt, krank zu sein, artet in einer turbulenten Verfolgungsjagd aus.

Nun ist unser Chef ja kein Teenager mehr, hat aber sehr viel Verständnis für seine jungen Angestellten. Und weil diese das ganze Jahr über so hart arbeiten, bekommen sie zu ihren Ferientagen einen zusätzlichen “Day Off”, also einen freien Tag. Aber nicht einen zum Verschlafen. Die Auflage: der Tag soll kreativ genutzt werden. Für etwas, wofür man sonst keine Zeit hat. Wegen der vielen Arbeit. Oder dem anstrengenden Privatleben. Hier lest ihr, was wir so mit unserem “Day Off” angestellt haben:

Malin Mueller Kalligraphie Workshop
Brush Pen auf Dot Pad – oder Stift mit Pinselspitze auf Block mit Punkten statt Linien

Malin’s Day Off

Ich mag schöne Dinge. Das klingt oberflächlich. Und ein bisschen ist es das auch. Deswegen arbeite ich wohl auch in einer Agentur, die vor allem die schönen Dinge des Lebens (und die schönen Menschen, die sie anbieten) ins Rampenlicht stellt. Und deswegen habe ich mir für meinen Day off auch etwas überlegt, um selbst etwas Schönes zu kreieren.

Nein, ich war nicht shoppen. Wobei – ein klitzekleines Bisschen vielleicht, denn vor meinem eigentlichen Day Off brauchte ich noch zwei Dinge: einen Brush Pen und ein Dot Pad. Das klingt verrückter, als es ist. Man könnte auch sagen: Einen Stift mit Pinselspitze und einen Block mit Punkten statt Linien. Ist aber länger und nicht so fancy.

Was habe ich gemacht?

Malin Mueller Kalligraphie Workshop 3
Seiten voll mit Übungsbuchstaben – gar nicht so einfach das Ganze

Und nun zur Auflösung: Ich habe – Trommelwirbel – einen Kalligraphie Workshop gemacht! Einen Tag lang habe ich statt Tastatur und Telefon meinen Fancy Brush Pen bedient, Striche hoch und runter gezeichnet und dabei der wunderbaren Ludmila von bunte-galerie.de gelauscht, wie man so schön lettern lernt wie sie. Lettern – noch so ein schickes Wort – ist übrigens neudeutsch für kalligraphieren. Ludmila selbst ist fast schon durch einen Zufall zum Brush Lettering gekommen:

Eines Tages steiss ich auf die Firma Stampin’ Up. Die wunderschönen Gestaltungsideen mit Stempeln haben mich sofort begeistert, aber anstatt die Utensilien zu kaufen, versuchte ich, einige der Stempel selbst zu malen. Nicht, dass meine ersten Versuche besonders ansehnlich gewesen wären. Aber es führte dazu, dass ich mich ab diesem Moment fast täglich mit dem Thema befasste und nicht locker liess. Heute bin ich froh über diese Fügung, denn damals war Lettering längst nicht so bekannt wie heute. 

Die Frau weiss, wovon sie spricht: Es stellte sich heraus, dass das Ganze eine echte Kunst ist und auch kreativ begabten Menschen (zu denen ich mich eingebildeterweise zähle) gar nicht so leicht von der Hand geht. Hat man aber einmal den Dreh raus, ist es Tiefenentspannung pur und als netter Nebeneffekt entstehen noch die oben erwähnten schönen Dinge. Ich scheine nicht die einzige zu sein, die das so sieht, denn auch Ludmilas erster Vorschlag, wie man Handlettering in Unternehmen einsetzen könnte, hängt man Entspannung zusammen: 

Für Unternehmen kann Handlettering eine Art „Burnout-Prävention“ sein. Zusammen mit den Kollegen in entspannter Atmosphäre eine neue Kunstform zu erlernen, kann wunderbar als teambildende Massnahme eingesetzt werden.

Was habe ich gelernt?

Malin Mueller Kalligraphie Workshop 4
Unten sieht man meine Version der Entwürfe von Ludmila. Die haben es dann später auch auf die Weihnachtskarten geschafft.

In meinem Job ist Kreativität ein Muss für fast alle Aufgaben und damit an der Tagesordnung. Das Problem dabei: MUSS man kreativ sein, geht viel von dem Zauber verloren. DARF man aber, wie eben beim Brush Lettering, macht Kreativität vor allem wahnsinnig viel Spass. An manchen Tagen vergesse ich das. Deswegen ist es schön, wenn man wieder darin erinnert wird. Und nebenbei noch etwas Schönes kreiert. Das waren in meinem Fall im Übrigen Weihnachtskarten für unsere Weihnachtsfeier – und ich hoffe, das ich so auch meinem Team eine kleine Freude bereiten konnte.

Wer möchte auch?

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst einmal Brush Lettering auszuprobieren: Hier geht es zur Seite der Bunten Galerie, wo Ludmila zeigt, wie es geht!