Influencer – Fluch oder Segen?

Der Begriff ist irgendetwas zwischen dem Nonplusultra in Sachen Marketing und Fluchwort: Influencer. Man fragt sich: Braucht es die? Und wenn ja, warum? Ja, finden auch immer mehr von unseren Kunden. Aus verschiedenen Gründen. So gab vergangenes Wochenende die deutsche Bloggerin Klaudia Giez an den Fashion Days unseres Kunden Sihlcity einen Einblick in ihr Influencer-Leben.

Es ist die klassische Influencer-Karriere, die Klaudia Giez gemacht hat: Bekannt geworden durch eine TV-Show – in ihrem Fall “Germanys Next Topmodel” – hatte sie nach dem Ende der Show eine grosse Fanbasis. Nicht, weil sie die Show gewann (das hat sie nicht), und auch nicht, weil sie mehr geleistet hätte als andere Model-Aspirantinnen in der Sendung. Sondern weil sie durch ihre quirlige, leicht abgedrehte Art aus der Model-Menge herausstach.

Klaudia Giez
Am 14. September war Klaudia Giez in Sihlcity zu Gast. © Joseph Khakshouri

 

Man wollte wissen: Wer ist das? Was macht sie? Wie lebt sie? Und Klaudia war willig, all das mit ihrer neu gewonnen Fangemeinde auf dem Social-Media-Kanal ihrer Wahl zu teilen. 363’000 Follower hat “Klaudia mit K” – wie sie sich an ihrem ersten “GNTM”-Casting vorstellte – mittlerweile auf Instagram. Die lässt sie regelmässig an ihrem Privatleben teilhaben, zeigt sich zu Hause oder mit ihrem Freund. Und genau das wollen die Leute, die sie lieben, sehen. Und so ganz nebenbei schlürft sie Fruchtsaft einer bestimmten Marke. Oder erzählt, welches Parfüm sie so benutzt. Nicht umsonst, versteht sich. Die Marken, die mit Influencern werben, lassen sich das einiges kosten.

Ideas, Content und Stories auf Influencer-Ebene

“Influencer sind nichts anderes als klassische Markenbotschafter. Mit einem Unterschied: Sie erzielen grosse, eigene Reichweiten in den sozialen Medien und ihr Content kann direkt auf den Kanälen der Brands genutzt werden”, erklärt Social Media Experte Daniel Koss. Seine Influencer Marketing Agentur Yxterix vermittelt nicht nur Influencer an Kunden oder Events und umgekehrt, sondern generiert auch Ideen, kreiert Konzepte und stellt Content her. Ideas, Content und Stories auf Influencer-Ebene.

Klaudia Giez und ihre Fans
Für ein Foto mit der Influencerin Klaudia Giez strömten die Fans in Scharen ins Einkaufszentrum. © Joseph Khakshouri

 

Einen Influencer ein Produkt in die Kamera halten zu lassen und sofort rennen 100’000 Leute los und kaufen es das funktioniert allerdings nicht. Denn die Regel Nummer eins in Werbung, Marketing und PR gilt auch fürs Influencer-Marketing: Kenne deine Zielgruppe. Und die des Influencers. Letztere ist meist sehr jung und geografisch recht weit gestreut. Einen Influencer, dessen Follower mehr oder weniger alle unter 18 sind, ein Auto fahren zu lassen, nützt vermutlich herzlich wenig. Und ein lokales Einkaufszentrum, das mit einer Influencerin mit massenweise Fans in den USA wirbt, hat vermutlich auch nicht wirklich viel davon.

Wie im echten Leben

Wenn aber die Zielgruppen übereinstimmen, sind Influencer tatsächlich eine ziemlich grandiose Marketing-Plattform. Sie haben eine Reichweite, die man mit klassischen Kanälen kaum erreicht und kosten trotzdem oft weniger als Werbung. Und vor allem sind sie nah an ihren Followern, sind für diese (be)-greifbarer als irgendein namenloses Model.

Es ist im Influencer-Marketing also so, wie so oft im Leben: Wer genau weiss, was er will und was er braucht, kann nur profitieren.

Klaudia Giez und Ferris Bühler
Klaudia Giez im Influencer-Talk mit Ferris. © Joseph Khakshouri