Ich bin kein Star, lasst mich hier rein!

Seit dem 19. Januar läuft sie wieder, die grösste PR-Maschine für (Möchtegern-)Promis des deutschen Fernsehens: “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!” Wer clever spielt, kann hier tatsächlich viel für sich und seine Karriere rausholen. Aber im TV-Dschungel gibts auch eine Menge Stolpersteine.

Mal ganz ehrlich: Hättet ihr vor ein paar Wochen gewusst, wer Giuliana Farfalla ist? Oder Daniele Negroni? Oder Kattia Vides? Seit vergangenem Freitag kennen wir nicht nur ihre Gesichter, sondern auch diverse ihrer Körperteile in Grossaufnahme – und wollen Sachen aus ihrem Leben wissen, die uns vorher nie interessiert hätten. Oder auch nicht.

Vor 13 Jahren zogen erstmals Prominente – und vor allem solche, die es (wieder) werden wollten – ins RTL-”Dschungelcamp”. Das Erstaunliche: “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” hat seither kaum Quoten verloren. 8,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten vergangenes Jahr zu Spitzenzeiten, was ihnen bis anhin (fast) vollkommen Unbekannte im australischen Dschungel trieben. Das ergibt einen Marktanteil von fast 30 Prozent. Von so einem Publikum konnten die meisten der “Dschungel-Stars” vorher nur träumen.

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Dschungelcamp-Kandidatin Giuliana Farfalla © MG RTL D/Arya Shirazi.


So hatte das Transgender-Model Giuliana Farfalla bei “Germanys Next Topmodel” gerade mal gut 2,4 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Nun kann die als Pascal Radermacher geborene “Influencerin” ihren – zugegebenermassen sehr ansehnlich – designten Körper einem über dreimal so grossen Publikum präsentieren. Wenn das nicht gut fürs Geschäft ist … (was auch immer das für eines sein mag). Gut, ein paar vorwiegend männliche Fans haben sie noch im “Playboy” bewundert. Dessen Auflage von gut 120’000 ist aber im Vergleich auch nicht wirklich berauschend. Viel mehr dürfte die anschliessende Diskussion in diversen TV-Formaten Wert gewesen sein, ob man als Transgender-Frau tatsächlich etwas im “Playboy” zu suchen habe oder nicht. Die brachte Giuliana schon im Vorfeld des “Dschungelcamps” ein paar der so wichtigen Schlagzeilen. PR ist schliesslich PR – egal ob positiv oder negativ. Das mag im Fall von Giuliana Farfalla tatsächlich zutreffen – gut 22’0000 Instagram-Follower kommen nun mal nicht aus dem Nichts. Weniger umtriebige Dschungel-Konkurrenten wie Ex-”DSDS”-Teilnehmer Daniele Negroni oder Ex-”Bachelor”-Kandidatin Kattia Vides bringen es mit 96’000 bzw. 42’000 Followern auf deutlich weniger.

Sicher ist: Alle, die es in anderen TV-Formaten nicht geschafft haben, berühmt zu werden (und das sind in der aktuellen Staffel sechs von zwölf), haben im “Dschungelcamp” wenn nicht eine grössere Chance, dann doch zumindest ein grösseres Publikum. Dass “der Dschungel” ein durchaus wirksames PR-Instrument sein kann, zeigen die Sieger der ersten drei Staffeln: Die Karrieren von Schlagersänger Costa Cordalis, Comedienne Desirée Nick und Sänger Ross Antony nahmen nach ihrem Sieg erfreuliche Wendungen. Allerdings verschwanden genauso viele Dschungelköniginnen und -könige wieder in der Versenkung. Oder erinnert sich noch jemand an Ingrid van Bergen, Maren Gilzer oder Joey Heindle?

Und dann gibts da noch die, die voll auf die Fresse flogen. So “erarbeitete” sich Reality-Sternchen Helena Fürst – immerhin diplomierte Betriebswirtin – den wenig schmeichelhaften Übernamen “Höllena”. Und der Schweizer Sänger Patrick Nuo wird wohl noch heute den Tag verfluchen, an dem er vor laufenden Kameras über seine Porno-Sucht plauderte. “Jede PR ist gute PR” gilt halt eben nur begrenzt.
Übrigens: Wer sich für die erotische Seite des Dschungelcamps interessiert – unser Kunde C-Date hat seine Userinnen und User gefragt, mit welcher Kandidatin, bzw. welchem Kandidaten sie gern ihre Hängematte teilen würden. Und ja, Transgender-Model Giuliana liegt ganz vorn. Das Resultat seht ihr hier.

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Ex-„DSDS“-Sternchen Daniele Negroni © MG RTL D/Arya Shirazi.