Girl On Bike: Céline und ihr kleines Schwarzes

 

Die vergangenen Tage wurde Zürich zu DER Biker-City der Schweiz. Vom 21. bis 24. Februar 2019 fand in der Messe Zürich die Swiss-Moto statt, der grösste Schweizer Treffpunkt der Motorradbranche. Heisse Öfen, PS Power und alle Trends der Branche: Über 400 Top-Marken und tausende von Fans kommen jedes Jahr zusammen, um gemeinsam mit unserer Kundin Swiss-Moto den Start in die neue Töff-Saison zu feiern.

Für viele, die sich nicht so leidenschaftlich für motorisierte Zweiräder interessieren wie wir, ist Töfffahren eher Männersache. Harte Jungs in ledernen Klamotten auf schnellen Maschinen – Frauen bleibt da meistens nur die Rolle der dekorativen Beifahrerin. Aber liebe Männer: Motorradfahrende Frauen sind längst kein Exotikum mehr! Um leidenschaftlich gerne Motorrad zu fahren muss Frau nämlich weder eine langmähnige Sex-Bombe noch ein derbes Manns-Weib sein. Es gibt den Motorrad-Freak nämlich auch in jung, klein und zierlich – so wie unsere Céline, Projektleiterin der diesjährigen Swiss-Moto. Anlässlich der grössten Schweizer Töff-Messe gibt sie uns einen Einblick, wo ihre Leidenschaft für schwere Maschinen im Retro-Look herkommt:

Céline auf dem Bruder ihres "kleinen Schwarzen"
Als ich mein “kleines Schwarzes” an der Swiss-Moto 2018 ausgestellt sah, gab es kein Halten mehr für mich: draufsetzen, strahlen und sich auf den Start der Töffsaison freuen!

 

Benzin im Blut

Schon als kleines Mädchen waren Puppen nicht so mein Ding. Viel lieber habe ich die schönen Lederjacken meiner Eltern angezogen und mir Papas viel zu grossen Helm aufgesetzt. Dank meiner blühenden Fantasie wurde mein Fahrrad schnell zur Rennmaschine. Und das Highlight meiner Sommerferien? Die Fahrt zu meiner Oma, nicht im langweiligen Auto, sondern auf der alten Harley meines Dads. Den Wind in den Haaren, kurvige Passstrassen unter den Rädern, die Kraft des Motors spüren – das Töfffieber hatte mich bereits als Dreikäsehoch gepackt. Allerdings sicher an den Rücken meines Vaters geklammert. Stets mit dabei war meine Mam. Solange ich mich erinnern kann, fuhr sie stets ihre eigene Maschine, die Rolle der Beifahrerin war nichts für sie. Mit ihren gerade mal 1.60 Meter lenkte sie selbst 200 Kilogramm schwere Harleys Motorrad die schmalen Passstrassen hinauf und behauptete sich in dieser männerdominierten Bikerwelt. Ich erinnere mich nur an einen Ausflug, wo sie an einer Kreuzung ihren Töff unfreiwillig hinlegte. Selber hätte sie das Bike wohl so schnell nicht mehr aufgestellt, doch Retter in der Not waren innerhalb von Sekunden zur Stelle. “Das passiert ja schliesslich jedem Mal” und “Narben erzählen Geschichten, Kratzer an Bikes ebenfalls”, war zu hören und schon hatte man sich zum Kaffee auf dem nächsten Pass verabredet.

Bis ich mich dann allerdings getraute selbst einen Töff zu fahren, dauerte es einige Jahre. Zu gross war der Respekt vor diesen schweren Maschinen, zu gering mein Glaube, dass ich als kleine, junge Frau in diese Welt passen würde. Im Prinzip wäre ja alles ganz einfach: Traumbike kaufen, draufsitzen und losfahren. Totale Freiheit und so. Fahrspass pur und null Panik vor der ersten Kurve. Naja, fast. In die Hosen habe ich mir gemacht vor Angst als ich dann doch das erste Mal im Sattel sass. Echt schwer so ein Bike, echt unhandlich in der Kurve. Doch meine Mam erbarmte sich mir und wurde zu meiner privaten Fahrlehrerin – zum Glück mit einer Engelsgeduld! “Wenn sie das kann, kann ich das auch”, hat sie gesagt, “Töfffahren ist wie Fahrradfahren, nur mit ein zwei PS mehr”. Übung macht ja bekanntlich den Meister. Und Recht hatte sie, wie es Mamas meistens haben.

Céline im Swiss-Moto-Outfit 2019
Bei meinem diesjährigen Einsatz an der Swiss-Moto bekam ich natürlich auch das passende Outfit.

 

Eine Helmfrisur gehört dazu

Wenn ich nun jemandem von meinem Hobby erzähle, ernte ich meist ungläubige Blicke. In den Augen meines Gegenübers alle Klischees und Vorurteile die einem zu motorradfahrenden Frauen einfallen: Ja, ich fahre Motorrad. Ja, ich habe auch ein paar Tattoos. Aber auch ich schminke mich, gehe mit meinen Freundinnen wellnessen oder backe gerne Kuchen. Nur im Sommer, da gilt meine ganze Aufmerksamkeit meinem “kleinen Schwarzen”, meinem Baby, meiner Mash Two Fifty.

Stundenlang unterwegs sein, manchmal ziellos und oft auch alleine. Vor mich hinsingen, die Landschaft geniessen und die Kraft des Motors spüren. Das ist für mich persönlich Freiheit. Wenn ich dann meinen Helm wieder ausziehe, habe ich zwar platte Haare und fleckige Wangen vom Fahrtwind, aber das riesige Grinsen in meinem Gesicht hält dafür eine ganze Weile an. Ob mir meine Leidenschaft fürs Töfffahren vererbt wurde? Keine Ahnung. Auf alle Fälle bin ich meinen Eltern unglaublich dankbar, dass sie ihre Leidenschaft zu meiner gemacht haben. Eines habe ich bereits klargestellt: Daddy’s Harley, die erbe ich mal!

Wenn ihr die diesjährige Swiss Moto verpasst habt, unbedingt nächstes Jahr wieder dabei sein! Es warten sicherlich wieder zahlreiche Highlights auf euch.

Céline mit Blanca und Tilde Taveri an der Swiss-Moto 2019
Zudem hatte ich die Ehre, Tilde (r.) und Blanca Taveri (l.), Frau und Tochter der Töff-Ikone Luigi Taveri persönlich kennen zu lernen.

 

Dieses Jahr durfte ich am Medientag am Mittwoch, 20. Februar und auch an der grossen Eröffnung vom 21. Februar vor Ort unterstützen und einige Medien durch die spannenden Sonderschauen führen. Leichte Arbeit, denn auch dieses Jahr hat mich die Swiss-Moto wieder vollauf begeistert. Die grösste je produzierte Luftbild-Karte der Schweiz brachte mir das Töff-Paradies Schweiz noch näher und zahlreiche heisse Bikes versuchten mich zu verführen – doch ich bleibe meinem Baby natürlich treu! Umgehauen hat mich die einzigartige Sonderschau zu Ehren Luigi Taveris, die grösste Töff-Ikone der Schweiz. Seine Frau Tilde und seine Tochter Blanca führten mich und einige Journalisten persönlich durch die Ausstellung und bestätigten meinen positiven Eindruck, den ich bereits im Vorfeld am Telefon von den beiden gewonnen habe: Zwei einmalige und taffe Damen mit viel Leidenschaft fürs Töff-Fahren und noch mehr Liebe für ihren verstorbenen Mann, beziehungsweise Papa.

Dies war nur eine von vielen unvergesslichen Begegnungen. Wie etwa die mit Coni von CCCP, einem Bike-Schrauber mit Leib und Seele, der ganze 14 Jahre an seinem Vikinger-Traum-Töff gefeilt hat (gross, breit, volltätowiert: ein richtiger Rocker halt, aber mit einem Herz aus Gold und einem offenen Ohr für jeden, der eine Frage hatte), oder die mit der schönen Natalie von Bündnerbike, die mit ihrem Bruder und ihrem Team den teuersten Töff der Welt, die blau-funkelnde Bucherer-Harley-Davidson mit eingebauten Diamanten und Tresoren, gebaut hat. Und natürlich: Andy und Yves, Kommunikations- und Messeleiter der Swiss-Moto, und ihr ganzes Team – mein grösstes Highlight. Liebe Herren, es hat Spass gemacht, euch zu unterstützen. Dieses Traum-Projekt übernehme ich jederzeit gerne!